Studentenkredit

Immer mehr Schulabgänger in Deutschland entschließen sich dazu, ein Studium aufzunehmen. Dabei ist nicht nur die Wahl des passenden Studienfaches eine Herausforderung, sondern auch die Frage nach der Finanzierung setzt Studienanfänger unter großen Druck. Mit der Umstellung auf das Bachelor- und Mastersystem bleibt vielen bei einem straffen Stundenplan kaum noch Zeit, einer Nebenbeschäftigung nachzugehen. Stipendien werden hierzulande vergleichsweise wenig vergeben – anders als zum Beispiel in den USA, wo leistungsstarke Akademiker gezielt gefördert werden. BAföG, die in Deutschland staatliche Förderung, wird abhängig vom Einkommen der Eltern berechnet und nicht jedem Studienanfänger gewährt. Wenn auch die Familie finanziell nicht unter die Arme greifen kann, stehen Studienwillige schnell vor der Frage: „Kann ich mir das überhaupt leisten?“. Ein Studentenkredit ist somit eine willkommene Alternative, um Lebensunterhalt und Studiengebühren finanzieren zu können.

 

Günstige Konditionen für Studierende

Staatliche und privatwirtschaftliche Institutionen bieten verschiedene Formen der Studentenkredite an. Sie zeichnen sich grundsätzlich durch günstige Konditionen für Akademiker und eine monatliche Zahlung aus. Bildungskredite und Studienabschlussdarlehen unterstützen die Studierenden gezielt während der arbeitsintensiven Phase vor dem Examen. Diese Kredite sind zum Teil sogar zinsfrei. Studienbeitragsdarlehen werden angeboten, um  Studiengebühren zu finanzieren, die in Niedersachsen und Bayern und an vielen privaten Hochschulen erhoben werden.

An die Auszahlungsphase schließt sich eine Ruhephase an, bis die Studierenden einen passenden Job gefunden haben. Erst dann müssen sie mit der Rückzahlung beginnen. Die Kreditangebote der einzelnen Anbieter unterscheiden sich vor allem in der Höhe des Zinssatzes, der möglichen Kreditsumme und den Rückzahlungsmodalitäten.

Die staatliche KfW Bankengruppe bietet zum Beispiel einen Studentenkredit an, mit dem Studierende ab dem ersten Semester ihre Lebenshaltungskosten finanzieren können. Sie erhalten bis zu 650 Euro monatlich, höchstens 14 Semester. Voraussetzung für die Beantragung ist, dass sich die Hochschule in Deutschland befindet, staatlich anerkannt ist und Kreditnehmer zu Beginn der Finanzierung 18 bis 44 Jahre alt sind. Der aktuelle Sollzinssatz beträgt ab 3,06 % pro Jahr. Die KfW ermöglicht im Gegensatz zum BAföG eine Finanzierung unabhängig vom eigenen Einkommen und von dem der Eltern.

 

Angebote vergleichen zahlt sich aus

Vor Aufnahme eines Studentenkredites ist es ratsam, den genauen Bedarf zu berechnen sowie Einnahmen und Ausgaben gegenüberzustellen. Denn es gilt, einen so geringen Kredit wie möglich aufzunehmen, der dennoch ein reibungsloses Studium ermöglicht. Für die richtige Wahl des Kredites ist aber nicht nur der Zinssatz entscheidend. Auch die flexible Rückzahlung oder die Finanzierung eines Auslandsstudiums sind im Vorfeld zu bedenken, denn nicht alle Institute fördern Studiengänge außerhalb Deutschlands. Ein fest vereinbarter Zinssatz kann helfen, die tatsächlichen Kosten im Blick zu behalten. Studierende sollten ebenfalls berücksichtigen, wie und ob sich ein Wechsel der Hochschule oder des Studienfaches auswirkt. Viele Studentenwerke bieten dazu kostenlose und unabhängige Beratungen an.

Wer auf der Suche nach einem entsprechenden Kreditgeber ist, kann hier die Konditionen verschiedener Studentenkredit-Anbieter miteinander vergleichen.