Privatinsolvenz – Informationen und Überblick

Fast jeder hat schon mal davon gehört und jeder wird versuchen, es zu vermeiden. Die Privatinsolvenz (auch Verbraucherinsolvenz genannt). Doch leider kann man diese in einigen Fällen nicht immer vermeiden. Wie also von Anfang an die Schulden vermeiden? Und was sollte man beachten, wenn es doch einmal soweit kommen sollte?

Folgendes sollte man bei einer Privatinsolvenz beachten
Die Privatinsolvenz steht nur ehemaligen Selbständigen, Kleingewerbetreibenden und natürlichen Personen zu. Dies gilt nur, wenn keine Verbindlichkeiten gegenüber Arbeitnehmern aus Beschäftigungsverhältnissen bestehen und wenn weniger als zwanzig Gläubiger bedient werden müssen. Die Verbraucherinsolvenz läuft auf eine Restschuldbefreiung hinaus. Der Zahlungsunfähige verpflichtet sich hier, seine Vermögenswerte und Einkommen, welches über der Pfändungsgrenze liegt, zur Tilgung der angehäuften Schulden zu verwenden. Dies gilt über einen Zeitraum von 6 Jahren.

Außergerichtliches Einigungsverfahren
Als ersten Schritt versucht der Schuldner sich mit den Gläubigern außergerichtlich auf eine Rückzahlung der angehäuften Schulden zu einigen. Dies geschieht mithilfe des sogenannten Schuldenbereinigungsplans. Wenn dieser Plan von mindestens einem Gläubiger abgelehnt wird oder ein Gläubiger nach Zustellung des Plans weiterhin die Zwangsvollstreckung betreibt, so gilt das außergerichtliche Einigungsverfahren als gescheitert.

Gerichtliches Schuldenbereinigungsverfahren
Hier werden die Erfolgsaussichten des gerichtlichen Schuldenbereinigungsplans geprüft. Steht ein Erfolg in Aussicht, so werden das Vermögensverzeichnis und der Schuldenbereinigungsplan an die Gläubiger zugestellt. Wenn der Plan nicht von mindestens der Hälfte der Gläubiger abgelehnt wird, kann das Gericht auf Antrag des Schuldners hin  deren Zustimmung gerichtlich ersetzen.

Vereinfachtes Insolvenzverfahren
Wird dieser gerichtliche Schuldenbereinigungsplan auch abgelehnt, so wird anschließend das Privatinsolvenzverfahren eröffnet. Ein Treuhänder erstellt hierbei eine Tabelle, in der die ganzen Gläubiger und deren Forderungen aufgelistet sind. Einkommen, welches über der Pfändungsgrenze liegt, wird zur Tilgung der Schulden bei den Gläubigern eingesetzt.

Allgemein ist zu beachten, dass das Privatinsolvenzverfahren nur unter bestimmten Bedingungen und nach Ablauf von mindestens 10 Jahren erneut durchgeführt werden kann.

Schuldenfrei bleiben
Um ein solches Verbraucherinsolvenzverfahren zu vermeiden, empfiehlt es sich, schon von Anfang an auf die Ausgaben zu achten. Anschaffungen sollten, wenn es nicht unbedingt notwendig sein sollte, nicht auf Raten gekauft werden. Des weiteren empfiehlt sich der Einsatz eines sogenannten Kassenbuchs. Hier können die Einnahmen und Ausgaben aufgelistet werden und man hat immer einen genauen Überblick über die aktuelle Finanzsituation. Bei dem ersten Anzeichen einer finanziellen Schräglage sollte man sich zudem an eine professionelle Schuldenberatung wenden!

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